Gemeinderatssitzung vom 08.09.2026

Diskussionsfreudiger Auftakt nach der Sommerpause: Gleich drei Experten*innen hatte Bürgermeister Michael Burger zur jüngsten Gemeinderatssitzung eingeladen, um wichtige Themen zu präsentieren und zu debattieren.

Ingenieur Thorsten Philipp vom Büro Becher & Partner stellte die Ergebnisse einer großen Kanal-Untersuchung vor. Dafür wurden 31,5 Kilometer Abwasserrohre mit einer Kamera von innen gefilmt. Insgesamt wurden über 1.000 Rohrabschnitte (sogenannte Haltungen) und fast 900 Kanalschächte kontrolliert.

Das Ergebnis: Es wurden viele Schäden gefunden und dokumentiert. Um den Überblick zu behalten, wurden die Schäden in vier Zustandsklassen eingeteilt und ein Sanierungskonzept erstellt. Der Experte erklärte, dass das Ergebnis typisch für das Alter der Rohre sei. Es gibt zwar keine extremen Ausreißer nach unten, aber sehr viele Schäden an einzelnen Punkten.

Wie hoch sind die Kosten?

Würde die Gemeinde alle Schäden auf einen Schlag reparieren, würde das laut Konzept 5,622 Millionen Euro kosten. Da diese Summe viel zu hoch für ein einziges Jahr ist, braucht die Gemeinde eine kluge Strategie. Wichtig ist es, die Sanierungen Schritt für Schritt anzugehen. Nur so lässt sich verhindern, dass sich der Zustand der Rohre weiter verschlechtert. Für diese Sanierung des Kanalnetzes ist eine budgetgerechte Planung zwingend notwendig.

Ausblick und nächste Schritte

Der Gemeinderat muss in den nächsten Sitzungen weiter darüber beraten. Es stehen wichtige Entscheidungen an:

  • Welche Reparaturen werden zuerst angegangen?
  • Wird zusätzlich eine sogenannte „hydraulische Kanalnetzberechnung“ beauftragt? Diese Berechnung zeigt, wie gut das Kanalnetz bei starkem Regen ausgelastet ist.

Diese Entscheidungen sind wichtig für alle Bürger*innen: Sie beeinflussen den Haushaltsplan der Gemeinde und entscheiden am Ende darüber, wie sich der Abwasserpreis für die Haushalte verändert.

Umweltingenieurin Tina Hoffmeister vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) stellte in der Sitzung das Pilotprojekt „Naturnahe Gewässer-KUP“ an der Pleichach vor. Ziel der regionalen Initiative zur Auenentwicklung ist es, Uferstreifen durch eine naturnahe Kurzumtriebsplantage mit heimischen Gehölzen ökologisch aufzuwerten. Für die Umsetzung sucht der LPV den Schulterschluss mit der Gemeinde und den örtlichen Landwirten.

Konkret geht es um eine gemeindeeigene Fläche in der Gemarkung Bergtheim. Um das Projekt langfristig zu sichern, soll mit dem bewirtschaftenden Landwirt ein neuer Pachtvertrag über 20 Jahre abgeschlossen werden, der die ökologische Maßnahme als verbindliche Auflage enthält. Dies würde zur Beschattung und Kühlung des Gewässers beitragen und Pflichten der EU-Wasserrahmenrichtlinie erfüllen – ohne Kosten für die Gemeinde, da eine vollständige Finanzierung durch Sponsoren vorgesehen ist.

Nach eingehender Beratung wurde der entsprechende Antrag vom Gemeinderat mit Mehrheit auf die nächste Sitzung vertagt.

Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von Bündnis 90/Die Grünen befürworten das Pilotprojekt ausdrücklich und sehen darin einen wichtigen Startschuss für die Gemeinde, aktiv etwas für die Gewässerrenaturierung zu tun.

Wer koordiniert das Ehrenamt in den Ortsteilen? Diese Frage blieb in der jüngsten Sitzung noch ohne finalen Beschluss. Kerstin Ertel vom Landratsamt machte in einem engagierten Vortrag deutlich, wie wichtig eine feste Struktur für die lokale Vereinswelt ist. Ihre Servicestelle steht bereit, die Ehrenamtlichen vor Ort eng zu begleiten.

Während Gemeinderat Fabian Füller sich bereit erklärte, den Ortsteil Dipbach zu koordinieren, sucht die Gemeinde für die anderen Ortsteile noch Mitstreiter*innen. Zur weiteren Personalsuche beschloss der Gemeinderat, einen Aufruf mit einem genauen Anforderungsprofil über alle gemeindlichen Kanäle zu publizieren.

Termine: Demnächst besichtigen die Ratsmitglieder die Kläranlage Opferbaum, gefolgt von einer Klausurtagung im November. Zudem wurde uns eine zeitnahe Ortsbegehung des „Ziegler-Anwesens“ fest zugesagt.

  • Friedhofsgestaltung Bergtheim: Befindet sich in der Planung. Der Bürgermeister stellte eine optionale Bürgerbefragung in Aussicht.
  • Hitzeschutzkonzept: Die nötigen Absprachen/Terminvereinbarungen mit dem Bayerischen Kompetenzzentrum für Gesundheitsschutz im Klimawandel und dem Landratsamt sind noch offen.
  • Digitale Ratssitzungen: Die rechtliche und technische Prüfung der Ton-Bild-Übertragung wird von der Verwaltung weiterhin bearbeitet.

Bürgermeister Burger betonte nochmals, dass Schäden oder Anliegen der Bürger schnell und einfach über den Schadensmelder der Bergtheim-App oder direkt bei der Gemeindeverwaltung gemeldet werden können.